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Osteopathische Hundetherapie

Störungen in der Beweglichkeit aufheben

Eine Behandlung ist empfehlenswert bei:

  • Verdacht auf Rückenschmerzen
  • Lahmheit mit ungeklärten Ursachen
  • Hund hält Kopf schief
  • Deutliche Schieflaufen
  • steifes Gangbild
  • Muskelschwund
  • Verhaltensänderungen
    (plötzlich aggressives Verhalten)
  • nach Sehnen- und Bänderverletzungen
  • zur Rehabilitation


In humanmedizinischen Bereich ist die Osteopathie schon recht geläufig und im Pferdesportbereich gewinnt die Osteopathie immer mehr an Bedeutung, wenn es um den Bereich der Behandlung von Bewegungsstörungen und Lahmheiten geht.

Doch was bedeutet eigentlich Osteopathie?

Der Begriff Osteopathie ist leider sehr missverständlich, da er übersetzt  „Krankheit der Knochen" bedeutet. Der Knochen in dem Sinn ist aber nicht erkrankt, sondern der Wirbelkörper oder das Gelenk ist in seiner normalen Beweglichkeit oder Bewegung eingeschränkt. Und da ein Gelenk von Muskeln umgeben ist deren Bewegung natürlich auch eingeschränkt, es kommt zu z. B. zu Muskelverspannungen oder –verhärtungen. 

So kann man nachvollziehen, das der Begründer der Osteopathie Andrew Raylor Still die Krankheit der Knochen nur symbolisch verstanden wissen wollte, da er entdeckte, dass es keine Erkrankung ohne Beteiligung des Bewegungsapparates gibt.

Der Osteopath nutzt seine Hände um Störungen im Bewegungsapparat zu finden und mit manuellen Techniken, d.h. mit den Händen zu lösen. 

Um dem Hund aber umfassend helfen zu können ist ein komplexes Wissen über Haltungsbedingungen, sportartspezifische Anforderungen die an den Hund gestellt werden - ein im Turniersport befindlicher Hund ist anderen Belastungen ausgesetzt wie ein jagdlich geführter Hund oder ein reiner Familienhund für den Freizeitbereich. Außerdem sind fundierte Kenntnisse im Management wie der Ausrüstung und der Ernährung des Hundes nötig.

Wann ist eine osteopathische Behandlung sinnvoll?

Dazu möchte ich vorher noch einige zum Bewegungsapparat erklären. 

Was verstehen wir eigentlich unter Bewegungsapparat?

Der Bewegungsapparat stellt die Gesamtheit der Strukturen dar, also Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder, die dem Körper die erforderliche Stabilität und die Vorraussetzung für intuitive Bewegungen ermöglicht. Knochen geben Halt und Kraft und Flexibilität. Wird auch manchmal sprichwörtlich von einem Harten Knochen gesprochen, so sind es keine starren Körper, sondern sie sind vielmehr in der Lage, Stöße und Bewegungen aufzunehmen und an höher gelegene Bereiche weiterzuleiten.

Gelenke stellen bewegliche Verbindungen zwischen zwei oder mehreren Knochen dar. Wir kennen alle z. B. das Kniegelenk oder Sprunggelenk. An der Stelle wo die Knochen zusammentreffen befindet sich der Gelenkspalt. Um einen reibungslosen Bewegungsablauf zu garantieren sind die Knochenenden mit einer bläulich schimmernden Knorpelschicht überzogen. Diese dient als Stossdämpfer zum Schutz des darunter liegenden Knochens.

Die Wirbelsäule setzt sich aus fest- aber nicht bewegungslos miteinander verbundenen Wirbelkörpern zusammen, verläuft vom Kopf bis zur Schwanzspitze und umschließt und schützt das Rückenmark. Zwischen den Wirbelkörpern liegen als Stoßdämpfer die Bandscheiben.

Muskeln verlaufen über ein oder mehrere Gelenke und so bewirken sie, wenn sie sich zusammenziehen, dass ein Bewegungsmuster wie Beugen, Strecken entsteht. Zieht sich der Oberarmmuskel zusammen, so hebt sich der gesamte Vorderlauf. Ist dieser Muskel verspannt, weil sich im Schultergelenk eine Blockade befindet, so kann dieser Hund das Bein nicht mehr so anheben und das kann sich z. B. im Schleifen der Vorderzehe zeigen oder der Hund führt das Bein nicht mehr richtig nach vorne. Dort wäre nach Abklärung anderer Ursachen durch den Tierarzt oder THP eine osteopathische Behandlung anzuraten

Also wann ist eine osteopathische Behandlung anzuraten?

  • Lahmheiten mit ungeklärter Ursachen. 

Das heißt der Tierarzt hat eine Entzündung ausgeschlossen, aber der Hund lahmt trotzdem. Ursachen können sein, dass der Hund ist beim Stöckchenspiel oder heftigen Spielen ausgerutscht oder sich überschlagen hat oder er ist beim Auf- oder Überspringen auf div. Hindernisse im Agylityparcours abgerutscht.

Der Hund zeigt ein steifes Gangbild, das kann auf eventuelle Verspannungen hindeuten, die auf grund einer Wirbelblockade entstanden sind. Plötzlich hält der Hund den die Rute unnatürlich schief, d.h. die Rute pendelt nicht mehr von einer Seite zu anderen, sondern bewegt sich nur noch zu einer Seite stärker. Das kann auf eine Wirbelsäulenproblematik auf grund eines Sturzes hinweisen.

  • Der Hund hält den Kopf schief, das deutet auf eine Blockade in der HWS hin.

Ursache hierfür kann ein Schleudertrauma sein: Damit meine ich wenn Hunde an ihren Spielsachen im Kreis herumgeschleudert werden.

  • Deutliches Schieflaufen 

durch jahrelanges einseitiges an der Leine führen oder am Fahrrad laufen. Das zieht es nach sich, das die Gelenke auf einer Seite sehr viel mehr belastet werden und daher natürlich auch schneller verschleißen können. In Verbindung mit einer gezielten Trainingstherapie werde diese Veränderungen dann aufgearbeitet, so dass alle Gelenke und Muskeln wieder gleichmäßig belastet werden.

  • Muskelschwund, 

also weniger Umfang der Muskeln an der vorderen Schulterpartie und dem Vorderlauf oder weniger Umfang an der Hinterbackenmuskulatur und dem Hinterlauf. Das weist uns darauf hin, dass der Hund ein Bein nicht mehr vollständig belastet und er in einer Schonhaltung läuft und den anderen Lauf sehr viel mehr belastet. Das heißt es wirkt wieder verbrauchend auf die Gelenkstrukturen, die überbelastet werden, Rückenschmerzen, der Hund reagiert empfindlich auf Berührungen im Rückenbereich oder zeigt ein steifes Gangbild. Oftmals ist dies auch mit einem veränderten Verhalten verbunden. Vielleicht äußert der Hund sein Missfallen, wenn man ihn am Rücken etwas fester streichelt oder er versucht der Berührung auszuweichen.

Normalerweise soll man das Rückenfell leicht anheben und vom Nacken bis zum Rutenansatz mit den Händen durchrollen können. An den Bereichen wo sich das Fell nicht anheben lässt, kann man eine Verspannung und damit verbundene Wirbelsäulenproblematik vermuten.

  • Plötzliche Verhaltensveränderungen, 

eine Studie belegt das 70% der Verhaltensstörungen beim Hund, die in ein aggressives Verhalten münden, auf Rückenschmerzen zurückzuführen sind.

  • Natürlich auch Sehnen und Bänderverletzungen, 

da nach der Verletzung oftmals eine Schonhaltung eingenommen wird und andere Extremitäten vermehrt belastet werden.

  • Zur Rehabilitation nach Krankheit, Verletzung oder tierärztlicher Behandlung.

Wünschenswert ist wenn regelmäßig ein allgemeiner Check zur Früherkennung möglicher Probleme durchgeführt werden würde, damit es gar nicht erst zum Teufelskreis Schmerz kommt.

Der Teufelskreis Schmerz beginnt in dem Moment, in dem ein äußerer Umstand eine schädigende, krankheitserregende Wirkung auf den Organismus hat und auf den Körper einwirkt.

Der Schmerz führt dazu, dass die betroffene Struktur geschont wird. Das zieht Muskelverspannungen nach sich, was wiederum zur Folge hat, dass Gelenke komprimiert werden. Das verstärkt den bereits bestehendenden Schmerz. Es folgen wiederum Muskelverspannungen, eine Schonhaltung wird eingenommen und der Schmerz verstärkt sich. Jetzt ist ein sich selbst unterhaltender Prozess in Schwung gekommen. Diesen gilt es zu durchbrechen. 

Dort setzt die osteopathische Hundetherapie an, neben den schon bekannten Maßnahmen wie physiotherapeutische Behandlung wie Kälte und Wärmebehandlungen, Massagen, Elektro- und Magnetfeldtherapie.

Wie sieht eine Behandlung aus?

Wird uns ein Hund zur Behandlung vorgestellt, fragen wir erst einmal die Vorgeschichte des Hundes ab, um uns ein Bild über seine Geschichte zu machen. Das heißt Informationen wie: wie lange ist der Hund bei seinem jetzigen Besitzer, wie sah die  Aufzucht und  Sozialisation aus, besuchte der Hund eine Hundeschule usw.  geben uns Informationen über den Stress, der durch unsachgemäße Ausbildung zu Störungen der Psyche und des Bewegungsapparates werden kann. Ferner ist es wichtig zu erfahren., ob der Hund kastriert wurde, denn Kastrationsnarben können durchaus Einfluss auf Bewegungsstörungen haben.

Wichtige Erkenntnisse liefert auch die Informationen über die Ausrüstung des Hundes. Sitzt das Geschirr richtig oder gibt Druckpunkte, die den Hund in seiner Bewegung einschränken? Sind die Riemen breit genug und aus anschmiegsamen Material? Sind die Ringe dort, wo sie nicht den falschen Druck ausüben?  Wichtig ist auch die Verschnallung. Denn sitzt die Verschnallung an falschen Bereichen, können sie den Muskeln in seiner Arbeit behindern und z. B. gerade in der Rippengegend die Atmung beeinträchtigen.

Von Interesse ist auch, wie der Hund gefüttert wird, in welchen Mengen und wie oft. Informationen über das Aussehen des Kotes und die Häufigkeit des Kotabsatze lassen Rückschlüsse über das Befinden des Hundes zu. So deuten Durchfälle auf Verdauungsprobleme oder einen zu hohen Stresspegel hin.

Die Herangehensweise von verschiedenen Standpunkten aus, ermöglicht uns, den Hund in seiner Gesamtheit zu erfassen und so die für ihn am optimalsten Behandlungsmethode zu finden und  geht über die reine Behandlung der Gelenkblockade noch hinaus.

Findet der Hund in seiner Umgebung Bedingungen vor, die Auswirkungen auf seinen Bewegungsapparat haben können? Ist er z. B. gezwungen viele Treppen zu steigen oder ist der Autoeinsieg sehr hoch? Wie wird der Hund an der Leine geführt., z. B. nur einseitig oder neben dem Fahrrad? Kein Wunder, das manche Hunde schief sind. Dies könnte man ändern, in dem man den Hund abwechselnd auf jeder Seite führt.

Nachdem nun Vorgeschichte, Haltungsbedingungen, Ernährung und Anforderungen an den Hund bekannt sind, werden die akuten Beschwerden des Hundes befragt.

  • Ist eine Veränderung im Verhalten des Hundes aufgetreten? 
  • Wurden sie schon vorbehandelt und wenn ja mit welchen Ergebnis?

Nachdem wir einen allgemeine Eindruck über den Hund, seinen Alltag, sein soziales Verhalten und seine Beziehung zu seinem Besitzer bekommen haben, wenden wir uns nun der Beurteilung seines Bewegungsablaufes zu. Es wird darauf geachtet, ob es Disharmonien im Bezug auf den Körperbau gibt. Das kann uns schon einen Hinweis auf eventuelle Schonhaltungen auf Grund von Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder aber auch einseitiges Training geben.

Als letztes werden die gesamten Informationen zusammengefasst und es wird festgelegt, welche Befunde osteopathisch und/oder physiotherapeutisch behandelt werden können, welche durch Training aufgearbeitet und welche durch einen Tierarzt oder Tierheilpraktiker behandelt werden sollten. Aber auch erforderliche Veränderungen im Management, siehe Fütterung oder Ausrüstung werden erfasst.

Wichtigste Frage vorab ist: Was wollen wir stärken und wie können Sie es am Besten umsetzen. Dabei stehe ich Ihnen gerne zur Seite.

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TANJA LANGHALS  -  Tierheilpraktikerin (ATM)   -   Schladener Str. 7  -   38315 Hornburg   -  Tel.  05334 / 958 91 88